Anläßlich des 40-jährigen Erinnerns an die Ereignisse des Jahres 1968 setzen sich vier Kuratorinnen – Kathleen Krenzlin, Gabi Ivan, Jule Reuter und Petra Schröck – in dem Projekt „Aus der Traum? Künstlerische Aufbrüche und Reflexionen nach ’68“ mit der Bedeutung künstlerischer Aufbrüche und ihren Wirkungen auf die Gesellschaft auseinander. Im Zentrum der Ausstellungen und Veranstaltungen steht die Frage, wie gesellschaftliche Utopien und ihr Scheitern nach ’68 künstlerisch artikuliert wurden. Gefragt wird auch, wie Künstler auf den offensichtlichen Verlust gesellschaftlicher Utopien heute reagieren. Für die Realisierung dieses Vorhabens hat der Veranstalter, der Fachbereich Kunst und Kultur des Bezirksamtes Pankow von Berlin, Kräfte gebündelt und damit neue Wege erprobt. Veranstalter und Kuratorinnen, die sonst als feste und freie Mitarbeiterinnen in oder für Einrichtungen auch im Bezirk Pankow arbeiten, haben erstmals in dieser Weise Möglichkeiten konzentriert, um inhaltliche Fragestellungen zu fokussieren und sich am Diskurs zum Thema 1968, der zahlreiche Institutionen und Einrichtungen der Stadt bewegt, zu beteiligen. Ihre Vernetzungs-Initiative kann in Zeiten knapper Kassen, in denen das Verhältnis von Kunst und Gesellschaft immer wieder von Legitimations- und Verwertungsdebatten überzogen wird, richtungsweisend und beispielgebend sein. Nicht zuletzt deshalb ist es eine wesentliche Intention des Projektes, die Selbstbehauptung der Künste im gesellschaftlichen Diskurs zu thematisieren, durch die sinnliche Präsenz der Werke in den Ausstellungen zu stärken und das Verhältnis von Politik und Kunst zu beleuchten.

Dr.Gabi Ivan arbeitet als Kunstwissenschaftlerin vor allem zur deutschen und europäischen Kunst des 20. Jahrhunderts. Sie war wissenschaftliche Mitarbeiterin im Otto-Nagel-Haus Berlin und Leiterin der Galerie Weißer Elefant in Berlin, einer ausdrücklich jungen Künstlern vorbehaltenen Ostberliner Galerie. 1995 – 2007 Kuratorin der kommunalen Galerie im Prater in Berlin-Pankow, dort Initiatorin der Publikationen: „Über Kunst am Prater I und II“. 1993 – 1994 Mitarbeiterin im MIDAS-Projekt der Neuen Nationalgalerie Berlin, 2001 – 2003 Mitarbeiterin in der Kustodie der Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloß Branitz in Cottbus. Gegenwärtig Recherchearbeit im kulturhistorischen Projekt „Die Schaubühne/Die Weltbühne“.

Kathleen Krenzlin ist Kunstwissenschaftlerin und war wissenschaftliche Mitarbeiterin der Akademie der Künste Berlin, bevor sie 1993 die Leitung der Galerie parterre und der Kommunalen Kunstsammlung des Bezirksamtes Pankow von Berlin übernahm. Seit 1984 realisierte sie mehr als 150 Ausstellungen insbesondere zur deutschen Kunst seit 1945 und der Kunst in der DDR mit dem Ziel, einen Beitrag zur Wahrnehmung von Kunst als regionalem Prozess zu leisten, der mit überregionalen Entwicklungen verknüpft ist. In diesem Kontext Initiatorin und Autorin des Buchprojektes „Wochenmarkt und Knochengeld. Aus dem Kunstbesitz des Bezirksamtes Pankow von Berlin“. Herausgeberin, Redakteurin und Autorin zahlreicher Publikationen und Texte.

Dr. Jule Reuter ist Kunsthistorikerin mit dem Schwerpunkt zeitgenössische Kunst und Fotografie. Von 1998 – 2002 war sie Kuratorin in der Galerie Pankow in Berlin. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin der Ausstellung „Berlin-Moskau/Moskau-Berlin 1950-2000“ (Martin-Gropius-Bau Berlin 2003, Historisches Museum Moskau 2004) kuratierte sie die Fotochronik. Beschäftigung mit Fragen zu gesellschaftlichen und künstlerischen Utopien, Kuratorin der Ausstellung „realfiktiv“ in der Guardini Galerie, 2006. Initiatorin des Buchprojektes: „Die Zukunft ist unser einziges Ziel.“ – Zeitgenössische Künstler im Dialog mit Alexander Rodtschenko. Tätig in Berlin als Ausstellungskuratorin, Autorin und Textredakteurin.

Petra Schröck ist Kunsthistorikerin und als freie Kuratorin und Autorin in Berlin mit den Schwerpunkten zeitgenössische Kunst, interdisziplinäre Projekte, Fotografie, Architektur und Film tätig. Sie war Kuratorin der „Kiki Kogelnik Retrospektive“ in der Galerie Belvedere Wien und realisierte die „Making Nature“-Ausstellungen für das Nikolaj Contemporary Art Center Copenhagen und die Galerie Belvedere Wien, außerdem das gleichnamige Videofestival im Haus am Waldsee in Berlin. Gastkuratorin an verschieden-en internationalen Kunsthäusern. Seit 2004 ist sie künstlerische Programmleiterin der BrotfabrikGalerie Berlin. Texte für Parnass, Tagesspiegel, Camera Austria, Eikon, Kunstforum International, Artmagazine, Filmdienst.

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