Im Rahmen des Projektes „Aus der Traum? Künstlerische Aufbrüche und Reflexionen seit ’68“

Kuratorin: Kathleen Krenzlin

23.01. – 24.02.08

Robert Rehfeldt (1931-1993) wurde in Stargard, Pommern, geboren. Er ist dort und in Berlin aufgewachsen und kam 1940 mit der Kinderlandverschickung nach Bad Ischl, Österreich, zu einer Pflegefamilie. Seine Mutter brachte ihn 1946 wieder nach Berlin. Von Ostberlin aus studierte er an der Westberliner Hochschule für Bildende Künste bei Alexander Camaro, Wolfgang Hoffmann und Ernst Fritsch. Seit 1953 arbeitete Rehfeldt als Graphiker, Pressezeichner und Bildjournalist, seit 1963 war er als freischaffender Künstler in Berlin tätig. Rehfeldts Ostberliner Atelier fungierte gleichsam als Archiv und Informationsbüro zur westlichen Kunst, wodurch er zum wichtigen Multiplikator westlicher Kunstentwicklungen wurde. Entscheidende Bedeutung erlangte Rehfeldt als Mailartist. Anfang der1970er kam er über polnische Künstler und den Westdeutschen Klaus Groh in Kontakt mit der internationalen Mail Art-Szene. Es gelang ihm, ein weitreichendes Kontaktnetz zwischen Ost- und Westeuropa, den USA und Lateinamerika aufzubauen. Auch mit Fluxus-Künstlern wie Wolf Vostell, Robert Filliou und Dick Higgins befand er sich im postalischen Kunstaustausch. 1975 bat er Künstler aus aller Welt um die Gestaltung einer Postkarte und machte daraus – anläßlich einer eigenen Ausstellung in der Galeria Teatru Studio in Warschau – die erste Mail Art-Ausstellung der DDR. Er inspirierte und unterstützte die legendären Mail Art-Ausstellungen in der Ost-Berliner Galerie Arkade 1978 und in der EP-Galerie von Jürgen Schweinebraden 1979. Rehfeldt organisierte das Ost-Berliner Treffen des 1. Dezentralen Internationalen Mail Art-Congresses 1986. Rehfeldt hatte frühzeitig begonnen, das wohl heute größte Archiv zur Mail Art in Deutschland anzulegen. Seit 1966 beschäftigte er sich auch mit Fotografie, Super-8-Filmen und visueller Poesie. Robert Rehfeldt schuf zudem ein beachtliches graphisches Werk, welches erstmals in einem größeren Zusammenhang gezeigt wird. Dennoch will die Ausstellung Rehfeldt nicht auf das eine oder andere festlegen, sondern den künstlerischen Grenzgänger lebendig werden lassen. Dem „Phänomen“ Rehfeldt soll in Gesprächsrunden und Vorträgen nachgegangen werden.


Rehfeldt – Flyer (.pdf)

Rehfeldt – Plakat (.pdf)

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